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Aktuelles » Wann ist Österreich fähig, seine Abtreibungen abzubrechen?

NewsimageEin Kommentar zum Papstbesuch von Norbert Steinacher, Jugend für das Leben

Linz/Wien (10.09.2007, JfdL-nos). Der Papst ist zurück nach Rom geflogen. In unseren Herzen hinterließ Benedikt XVI. als Nachfolger des Hl. Petrus zahlreiche berührende und freudige Erinnerungen. Seine Botschaft ist das Christentum, „das Geschenk einer Freundschaft“ Gottes mit uns, wie er in Mariazell verkündete.

Im Rahmen der diplomatischen Begegnung in der Wiener Hofburg, in Anwesenheit der obersten Vertreter von Staat und Kirche behandelte der Papst die großen Probleme des heutigen Europa und hob unter anderem das Unrecht der Abtreibung hervor. Das Recht auf Leben sei die grundlegende Voraussetzung für alle anderen Menschenrechte. „Abtreibung kann demgemäß kein Menschenrecht sein - sie ist das Gegenteil davon.“ Der Heilige Vater appellierte „deshalb an die politisch Verantwortlichen, nicht zuzulassen, dass Kinder zu einem Krankheitsfall gemacht werden und dass die in Ihrer Rechtsordnung festgelegte Qualifizierung der Abtreibung als ein Unrecht faktisch aufgehoben wird.“

Was bleibt uns nun von seinen Worten?

Abtreibung ist erwiesener Maßen eine offene Wunde in Österreich. Gezeigt haben dies erste panische Reaktionen. Pünktlich nach der Ansprache des Papstes veröffentlichte Frauenministerin Bures eine Presseaussendung mit dem Titel: „Fristenregelung ist seit über 30 Jahren geltendes Recht und steht nicht zur Diskussion.“

Benedikt XVI. hat seine Hand in die Wunde des Unrechtes gelegt und der Schmerz unseres verzweifelten Gewissens fuhr uns durch alle Glieder. Er hat uns wie ein Arzt die gesellschaftliche - tödliche - Infektion diagnostiziert, aber wir zucken zurück und verweigern jeden Rat, wohl aus Angst, es könne etwas Schlimmes passieren. Offenbar ist Österreich noch immer nicht fähig, die „tiefe soziale Wunde der Abtreibung“ fachgerecht und würdig zu behandeln. Aber vielleicht helfen die liebevollen Impulse des Pontifex im Wiener Konzerthaus, den ersten und wichtigsten Schritt aus der Not unserer ungeborenen Kinder heraus zu wagen: „Im (An-)Blick der anderen, gerade jenes anderen, der unserer Hilfe bedürftig ist, erfahren wir den konkreten Anspruch der christlichen Liebe. Jesus Christus lehrt uns nicht eine Mystik der geschlossenen Augen, sondern eine Mystik des offenen Blicks und damit der unbedingten Wahrnehmungspflicht für die Lage der anderen, für die Situation, in der sich der Mensch befindet, der gemäß dem Evangelium unserer Nächster ist… Dieses Herz sieht, wo Liebe Not tut und handelt danach.“

Öffnen wir also die Augen für jene, von denen Jesus sagt: "Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!" (Mt 25, 40). Trotz oder gerade wegen unserer schmerzlichen Unfähigkeiten sollten wir endlich beginnen, das Lebensrecht unserer ungeborenen Kinder, den wahrlich am geringsten gesehenen Menschen in unserer Gesellschaft, wieder zu achten. Wir wollen gemeinsam beginnen, allen Müttern mit ihren Ungeborenen so zu helfen, dass sie das Leben ihrer Kinder annehmen können. Denn niemals kann das Töten eines Menschen als Problemlösung gerechtfertigt werden.

Alternativtext
Noch am Tag seiner Ankunft drückte Benedikt XVI. auf die offene Wunde Österreichs...“

Alternativtext
„Abtreibung kann [...] kein Menschenrecht sein – sie ist das Gegenteil davon.“

Mehr Eindrücke vom Papstbesuch in unserem Fotoarchiv

Foto: © Feuchtner.



© www.youthforlife.net   12. 09. 2007   06:39 Uhr

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